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Verbraucherschützer fordern "endlich" neue Leitsätze für Fleischersatzprodukte
"Veganes Seitan-Schnitzel" statt "Vegane panierte Stücke auf Seitanbasis, Typ Schnitzel": Verbraucherschützer plädieren für möglichst kurze und verständliche Bezeichnungen bei Fleischersatzprodukten. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten auf einen Blick sehen, was sie "in Bezug auf Konsistenz, Geschmack und Verwendung erwarten können", erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag. Die Leitsätze für diese Produktbezeichnungen müssten daher "endlich" angepasst werden.
Die bestehenden Leitsätze für vegane und vegetarische Ersatzprodukte stammen aus dem Jahr 2018. "Mittlerweile haben wir eine völlig andere Marktsituation. Die Qualität der veganen und vegetarischen Ersatzprodukte hat sich deutlich verbessert. Oft ähneln sie dem tierischen Original", erläuterte Stephanie Wetzel vom vzbv.
Bereits 2022 wollte die zuständige Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission überarbeitete Leitsätze für die Bezeichnungen verabschieden. Das Vorhaben sei am Widerstand einiger Akteure gescheitert, die den Bezeichnungsschutz für Fleisch in Gefahr sahen, fuhr Wetzel fort, selbst Mitglied in der Kommission.
Ohne aktuelle Vorgaben werde der Markt für Verbraucherinnen und Verbraucher immer unübersichtlicher, warnte die Expertin. Ein sinnvoller Vorschlag für überarbeitete Leitsätze liege seit zwei Jahren auf dem Tisch. Die Kommission müsse sie endlich verabschieden.
Die Leitsätze sind rechtlich nicht bindend. Sie dienen aber Herstellern und Handel als Grundlage für die Produktion und Kennzeichnung sowie der Lebensmittelüberwachung für eine Bewertung von Lebensmitteln, wie der vzbv betonte. Bei rechtlichen Auseinandersetzungen werden die Leitsätze demnach häufig als Entscheidungshilfe herangezogen.
Y.Kobayashi--AMWN