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Vor Gräfe-Prozess: Fröhlich denkt über Altersgrenze nach
Wenige Wochen vor dem Prozess mit Manuel Gräfe hat Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich die Aufweichung der Altersgrenze für Spitzen-Referees ins Gespräch gebracht. Damit hat die Klage des früheren Bundesliga-Unparteiischen Gräfe, der den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen Altersdiskriminierung vor Gericht bringt, neuen Zündstoff bekommen. Die Verhandlung vor dem Landgericht Frankfurt/Main ist für den 16. November angesetzt.
"Die meisten Schiedsrichter haben ihre Laufbahn auf dem Feld bisher auf das Alter 47 Jahre ausgerichtet. Das ist aber eigentlich keine Grenze, sondern vielmehr ein Orientierungswert", sagte Fröhlich der Sport Bild: "Wenn aber jemand im Gesamtpaket alles mitbringt und die Voraussetzungen erfüllt, um auch darüber hinaus noch Schiedsrichter auf dem Feld zu sein, dann sollte man das auch berücksichtigen."
Als Aspekte des "Gesamtpakets" nennt Fröhlich unter anderem den "internen und externen Auftritt, sozialkompetentes Verhalten und Loyalität". Diese Definition könnte als Spitze gegen Gräfe gewertet werden, der zuletzt für die Ablösung des 64 Jahre alten Fröhlichs plädiert hatte.
Trotz einer Protestwelle aus der Bundesliga musste Gräfe seine Karriere als Schiedsrichter am Ende der Saison 2020/2021 nach 289 Einsätzen im Oberhaus beenden, weil der Berliner die Altersgrenze von 47 Jahren erreicht hatte.
Sollten die Unparteiischen zukünftig länger pfeifen dürfen, wäre das in erster Linie eine "Lex Felix Brych". Der deutsche Spitzenschiedsrichter ist mittlerweile 47 Jahre alt und müsste nach derzeitigem Stand der Dinge seine aktive Karriere am Ende der laufenden Saison beendet.
"Felix ist ein Schiedsrichter auf absolutem Top-Niveau, mit großer Erfahrung und hoher Akzeptanz", äußerte Fröhlich: "Aber das ist eine Entscheidung, die zuallererst Felix selbst treffen muss. Wir sind da offen und würden das auch begrüßen."
L.Mason--AMWN