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Paus warnt wegen enormer Preissteigerungen vor wachsender Kinderarmut
Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) warnt wegen der hohen Inflation vor wachsender Kinderarmut in Deutschland. "Die Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln sind drastisch", sagte Paus den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Die Gefahr, dass die Kinderarmut zunimmt, ist groß." Deshalb seien weitere Entlastungen erforderlich. Linken-Chefin Janine Wissler verlangte von der "Ampel" einen abgestimmten Plan zur Bekämpfung der Kinderarmut.
Entlastungen müssten zielgenau diejenigen erreichen, die sie am meisten bräuchten, sagte die Ministerin. "Viele Menschen, darunter gerade Familien mit Kindern, stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand."
Paus forderte eine deutlichere Kindergelderhöhung als die von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bislang geplante. "Zusätzlich muss die Kindergelderhöhung in ein Gesamtkonzept eingebettet sein, durch das Familien auch an anderer Stelle Unterstützung erfahren." Sie seien es, die von höheren Heizkosten, höheren Preisen für Mobilität und steigenden Lebensmittelpreisen besonders hart getroffen würden.
Paus forderte zudem eine Neuberechnung des Regelsatzes in der Grundsicherung - und höhere Leistungen auch für Kinder. "So, wie der Regelsatz für Hartz IV bisher berechnet wird, gibt es einen Ausgleich für die Inflation nur mit erheblicher Verzögerung." Für eine solch dynamische Situation wie die jetzige sei das bisherige Berechnungssystem nicht geeignet. "Daran müssen wir arbeiten."
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will mit der Einführung des Bürgergeldes auch die Berechnung des Regelsatzes in der Grundsicherung verändern. Dagegen gibt es Widerstand in der FDP.
"Die Kinderarmut nimmt in Deutschland seit vielen Jahren zu, und natürlich verschärft die aktuelle Krise die Lage zusätzlich", erklärte Wissler in Berlin. "Es ist gut, dass die Bundesfamilienministerin das Thema in den Fokus rückt." Notwendig sei aber ein in der Regierungskoalition abgestimmter Plan.
Die Linke tritt laut Wissler für eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung, einen Krisenzuschlag in Höhe von 200 Euro pro Monat und Person für Leistungsberechtigte und die Einführung eines Corona-Elterngeldes ein. "Weil Kinderarmut niemals losgelöst von der Situation der Eltern ist, müssen mittelfristig existenzsichernde Arbeitsplätze für die Eltern geschaffen werden.“
P.Martin--AMWN